Obwohl ich mit meinen Hunden täglich unterwegs bin, sind Kontakte zu anderen Hunden in unserer Gegend eher selten. Aus diesem Grund war ich vor Jahren auf der Suche nach einem Hundeverein oder einer Hundeschule, um ihnen die Begegnung mit anderen Hunden außerhalb ihres Rudels zu ermöglichen.
In Christel Rosenblatts Hundeschule „ Familydog“ in Wittstock wurde ich fündig, ausgezeichnetes Trainingsgelände, kompetente Ausbildung, nette Leute. Von nun an ging es einmal die Woche nach Wittstock.
Mit Kischa begann ich als „Quereinsteiger“, einiges konnte sie schon, einiges mußten wir umlernen, vieles neu lernen, aber nach einem halben Jahr inklusive Babypause wegen ihres ersten Wurfes konnte sie mit mir die Begleithundprüfung (BH) absolvieren. Die Arbeit auf dem Platz machte uns beiden viel Spass. Dann kam Victus. Er durchlief als Erster meiner Hunde das volle Programm, Welpengruppe-Junghundgruppe, absolvierte ebenfalls die BH. Ihm folgten in der Ausbildung Runa, Nell und jetzt Trudy. Inzwischen arbeite ich hier an zwei Tagen in der Woche mit vier Hunden abwechselnd.
Nun aber zur eigentlichen Arbeit. Diese ist hier sehr abwechslungsreich. Neben Unterordnung und Gerätearbeit lernen die Hunde das Suchen und das Apportieren. Nun mag jeder denken, apportieren kann meiner auch, aber eins ist sicher, zwischen Bällchen werfen und Apportieren liegen Welten!!Dummies

Aufbauend auf grundlegende Basics im Gehorsam wird bereits in der Welpen/Junghundgruppe die Arbeit mit dem Futterbeutel begonnen. Der Hund muss lernen, diesen sicher aufzunehmen, zu tragen und zu übergeben. Später geht man dann zu den Dummies als Apportel über. Diese sind gefüllte Leinensäckchen in verschiedenen Grössen, welche sich relativ präzise werfen lassen und vom Hund gut getragen werden können. Für die Spezialisten gibt es Dummies in Enten- oder Fasanenform, aber auch mit Echtfellüberzug
Was passiert nun mit diesen Dummies ?
Hat der Hund die Grundlagen verinnerlicht, kann er frei neben dem Hundeführer sitzen, das Dummie wird  von diesem für ihn sichtbar geworfen, nach Kommando“ Apport“ darf er dem Dummie hinterher laufen, es holen und übergeben.
Bei der Arbeit auf weitere Distanz (50 – 100m) wird das Dummie von einer Hilfsperson geworfen. Hier muss der Hund die Fähigkeit erlernen, zu markieren, d.h. sich zu merken, wo das Dummie gelandet ist, um es dann zu apportieren.
Man kann aber auch in Folge mehrere Dummies werfen, die der Hund dann nacheinander apportiert.
Der Hund muss auf dem Weg zum Dummie und zurück mit dem Dummie Hindernisse überwinden.
Der Hund wird gezielt eingewiesen, d.h. er darf von mehreren entfernt liegenden nur ein bestimmtes Dummie holen.
Bei der Arbeit mit „Blinddummie“ wird der Hund auf ein Dummie eingewiesen, von dem er nicht weiß, dass es dort liegt. Für mich und meine Hunde im Moment die Königsklasse!
Man kann die Dummiearbeit aber auch hervorragend mit anderen Gehorsamkeitsübungen kombinieren.


Für Trudy ist der Fasan sehr gross, aber sie trägt ihn tapfer -        auch das Echtfelldummie ist für den Hütehund kein Problem

Die Möglichkeiten sind jedenfalls unbegrenzt, der Spassfaktor garantiert, die Hunde artgerecht ausgelastet und zufrieden.
Mein persönliches Fazit:
Auch wenn man viel Geduld braucht, manchmal wieder ein paar Schritte zurück gehen muss, ist die Dummiearbeit einfach genial. Ich habe auf jedem Spaziergang mit den Hunden etwas zum Werfen und Suchen dabei. Man bleibt mit kleinen Apportiereinlagen für die Hunde interessant und sie werden geistig gefordert. Auch wenn ich mit dem Rudel gewisse Qualitätsabstriche machen muss, die Feinarbeit gibt es dann jeweils beim Training auf dem Hundeplatz.


Hier wird Nell auf ein Blinddummie eingewiesen, weiß also nicht, dass dort etwas liegt, und geschickt

Als ich in Sommer 2008 mein Podhalanermädchen Nell zur Welpengruppe meldete, tat ich das mit dem Ziel einer guten Sozialisierung. „Dieser Hund wird aber nicht apportieren“ war ich überzeugt. Meine Trainerin sagte nur: “ Wir werden sehen!“ – Auch Nell ist begeistert dabei! Christel – Du hattest Recht!


Nell läuft in die angewiesene Richtung, findet und apportiert

Sollte ich jetzt bei jemandem das Interesse geweckt haben, es gibt auch ein sehr zu empfehlendes Buch zu diesem Thema: Das Kosmos Buch vom Apportieren Such und Bring von Perdita Lübbe/Ulrike Thurau.

                 
Nach der Arbeit: Dreckig, K.O. und zufrieden!!!!!!!!

 

 

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update:
19.05.2014

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